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Klostergeschichte
Eine
der bemerkenswertesten Klosteranlagen Mecklenburgs blickt nicht
nur auf seine fast achthundertjährige wechselvolle Geschichte
zurück, sondern erwartet in den kommenden Jahren eine durchgreifende
Erneuerung seiner unter Denkmalschutz stehenden Bausubstanz.
Das Kloster Dobbertin wurde um 1220 von Benediktinermönchen
gegründet. Doch schon 1234 erfolgte die Umwandlung in ein Nonnenkloster
gleichen Ordens. Ein kleiner Abriss zur Klostergeschichte ist im
Abschnitt "Historie des Klosters Dobbertin" enthalten.
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Lageplan
Kloster Dobbertin
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Klosterrundgang
Die
einzige in seiner Gesamtheit in Mecklenburg noch erhaltene Klosteranlage
befindet sich auf einer Halbinsel am Dobbertiner See. 4km nördlich
von Goldberg gelegen, ist die doppeltürmige Kirche als Wahrzeichen
weithin sichtbar.
Auch von Güstrow und Sternberg kommend, führt der Weg
ins Kloster immer an der langen Backsteinmauer des altehrwürdigen
Klosterfriedhofs mit seinen vielen historischen Grabsteinen vorbei.
Aus der fast 800jährigen Klostergeschichte zeugen noch zahlreiche
spätbarocke und klassizistische Bauten, die rund um die Kirche
und Klausurgebäude entstanden.
Ungewöhnlich und selten bei Klosterbauten stehen in Dobbertin
die Kreuzgänge spitzwinklig zur Kirche. Der vierflügelige,
kreuzrippengewölbte Kreuzgang mit unterschiedlichen Gewölbehöhen
und -breiten enstand in mehreren Abschnitten von Ende des 13. Jhs.
bis Ende des 14. Jhs. In der südlichen Klausur befindet sich
das zweischiffige Refektorium mit drei Mittelsäulen aus dem
13. Jh.
Bemerkenswert ist an der nördlichen Klausur noch ein prächtiger
Schmuckgiebel, der mit dem Durchbau des Dominahauses 1884 errichtet
wurde. Eine Besonderheit ist die erstmalige Verwendung von Sandsteinelementen
neben vielen Backsteinbauten im Kloster.
Weitere repräsentative Bauten sind das Küchenmeisterhaus,
das einstige Brau- und Brennhaus, das Pforthaus und mehrere Damenwohnungen
sowie das Klosterhauptmannhaus, ein zweigeschossiger Putzbau.
Hinter dem Klosterpark befinden sich weitere Gebäude aus Fachwerk
und Backstein. Auch diese Klosterbauten prägen das heutige
Dorfbild von Dobbertin. Der Dorfkrug, das Pfarrgehöft, die
alte Schule, Schmiede und Mühle, die Klosteramtsscheune, das
Samenhaus und die Post gehören dazu.
Während eines Klosterrundganges (auch mit Führung) sind
u.a. folgende historische Bauten zu besichtigen.
Grundriss
Klosterkirche und Klausurgebäude
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Klosterbauten
Damenwohnungen
"mit zwei Etagen"
In
den Jahren 1864 bis 1877 wurden vier Damenhäuser in neugotischem
Stil errichtet. Bemerkenswert die schlanken Giebelvorbauten mit
Pfeilervorlagen, den schmalen Spitzbogenfenster und den wuchtig
verzierten Schornsteinen. In diesen wohlhabenden Klosterzeiten waren
die Dächer noch mit Schiefer eingedeckt. Jede Wohnung hatte
sechs bis acht Zimmer mit Küche und Speisekammer sowie einen
separaten Hauseingang für eine Konventualin.
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Wohnhaus
einer Stiftsdame
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Saniertes
Wohnhaus
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Küchenmeisterhaus
Der
langgestreckte Backsteinbau mit umlaufendem Sockel in Quaderputz
und dem bogenartigen Treppenaufgang wurde 1846 für den Küchenmeister
errichtet. In der Mittelrisalitfassade ist ein horizontales Band
mit "laufendem Hund und Blütenknospen" zu sehen.
Im oberen Giebeldreieck befindet sich ein Halbrundfenster mit gusseisernen
Sprossen.
Der Küchenmeister war als ausgebildeter Finanzbeamter in der
Klosterverwaltung für alle Einnahmen und Ausgaben der Klostergüter,
Ländereien, Forsten und die Einschreibungen der adeligen Töchter
zuständig.
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Das
Küchenmeisterhaus
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Klausurgebäude
mit Kreuzgängen und Refektorium
Die
Klausur
Fast
alle Klosterbauten wurden streng nach den Ordensregeln der Benediktinermönche
erbaut. Einst im großartigen Mönchsstil errichtet, sind die Klausurgebäude
an ihrer äußeren Schlichtheit, der großartigen Materialtreue und
der souveränen Beherrschung von Kunst und Statik erkennbar. Die
Klausur in Dobbertin besteht aus vier zweigeschossigen Backstein-
und Fachwerkbauten mit Mansarddächern, die den rechteckigen Kreuzgang
Innenhof umschließen. Ungewöhnlich ist die spitzwinklige Anbindung
an die Kirche. Durch die wechselvolle Nutzungsgeschichte gab es
hier erhebliche bauliche Veränderungen.
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Das
Klausurgebäude
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Fledermausgauben
auf dem Klausurgebäude
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Die
Kreuzgänge
Neben
seiner baulichen Bedeutung als Bindeglied und Verkehrsweg innerhalb
der Klausurgebäude spielt der Kreuzgang besonders im religiösen
Klosterleben eine wichtige Rolle. Die Breite der Kreuzgänge ist
meist konstant, doch Dobbertin macht eine Ausnahme. Der südliche
und westliche Kreuzgang sind schmaler. Die Kreuzrippengewölbe mit
den verzierten Kragsteinen sind höher ausgeführt.
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Blick
zum Klosterinnenhof
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Kosterinnenhof
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Westlicher
Kreuzgang
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Das
Refektorium
Im
südlichen Klausurgebäude befindet sich das Refektorium, einst Speisesaal
der Mönche bzw. Nonnen sowie die Küche. Leider ist in Dobbertin
nur noch das aus der ersten Hälfte des 13. Jh. stammende zweischiffige
Refektorium erhalten geblieben. Die drei feststehenden Mittelsäulen
und Knospenkapitellen, attischen Basen und die Gewölbekappen sind
die ältesten erhaltenen Bauteile im Kloster. Die Säulen gehören
zu den künstlerisch bedeutendsten Leistungen spätromanischer Steinmetzkunst.
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Das
Refektorium
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Das
Dominahaus
"Der
Aus- und Durchbau der Domina-Wohnung mit seinem jetzigen prächtigen
Schmuckgiebel wurde 1886 vollendet und in voller Zufriedenheit von
der hochwürdigen Frau Domina Hedwig von Schack bezogen". Die Anschläge,
Risse und Zeichnungen fertigte der Schweriner Oberbaurath Daniel,
der am dortigen Schlossbau beschäftigt war und auch das heutige
Staatstheater erbaute. Eine Besonderheit ist hier die erstmalige
Verwendung von Sandsteinelementen neben den vielen Backsteinbauten
im Kloster. Der auf Sandsteinsäulen getragene Balkon, der auf dem
dreiachsigen Mittelrisalit umlaufende Terrakottafries und die aus
Sandstein gearbeiteten Zierelemente geben dem Neorenaissancegiebel
ein würdiges Aussehen.
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Die
Klosterkirche
Das
mittelalterliche Mauerwerk des Kirchenschiffes wurde von 1825 bis
1838 unter Leitung des Schweriner Schlossbaumeisters Demmler in
reinster neugotischer Ziegelarchitektur ummantelt. Als markantester
Bauteil wurde vor dem Westende die Doppelturmanlage in Anlehnung
an die Friedrich-Werdersche Kirche zu Berlin errichtet. Die Fassade
des langgestreckten Baukörpers wird durch schlanke Strebepfeiler,
hohe Spitzbogenfenster und Brüstungsgalerien gegliedert. Den Abschluss
auf den Wimpergen und Fialtürmchen bilden Kreuzblumen aus Terrakotta.
Sehenswert ist auch der Orgelanbau an der Nordfassade und das sehr
repräsentativ gestaltete Doppelportal am Westeingang der Doppelturmanlage.
Von 1854 bis 1857 erfolgte der innere Kirchenumbau. Das Gotteshaus
besteht aus einer Ober- und Unterkirche. Auf der Nonnenempore ist
noch die während der Reformationsbewegung "zugemauerte historische
Tür" zur Klausur vorhanden. Neben den Adelslauben, einem barocken
Kanzelaltar, ein aus Sandstein plastisch verziertem Taufstein von
1586 und dem Kaselkreuz von 1580 sind leider sehr wenige Kunstwerke
erhalten geblieben.
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Blattkapitell
am Kirchenportal
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Die doppeltürmige Klosterkirche
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Fialtürme
mit Kreuzblume
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Das
Klosterhauptmannhaus
Nach
Ende der Reformation wurde ab 1572 die Klosterverwaltung nicht mehr
durch den geistlichen Klosterprobst, sondern durch den Klosterhauptmann
mit seinen Provisoren geleitet. Nordwestlich der Klosterkirche steht
das zweigeschossige repräsentative Klosterhauptmannhaus. Das im
Kern noch barocke Gebäude mit flachem Mittelrisalit und Dreiecksgiebel
zeigt mit seiner einst eleganten Eingangstreppe auf eine parkähnliche
Freifläche. Die sich im Portal befindliche steinerne Schrifttafel
mit den Jahreszahlen 1751 bis 1756 weist vermutlich auf die längere
Bauzeit hin. Bis 1919 haben hier über 360 Jahre lang 32 erfahrene
und befähigte Klosterhauptmänner die Geschicke des Klosters geleitet.
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Das
Klosterhauptmannhaus
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Das
Brau- und Brennhaus / heutiges Klostercafe
Schon
1524 ist im Rechnungsbuch des Brau- und Brennhauses zu lesen, dass
gar der Klosterprobst Hopfen und Malz kaufen musste... Nach Verwandlung
des bisherigen Brennereigebäudes 1843 in ein Wohnhaus für drei klösterliche
Diener wurde von 1846 an in diesem eingeschossigen Backsteingebäude
mit Krüppelwalmdach die Klosteramtsbäckerei untergebracht. Unter
dem Dach gibt es neben dem Räucherboden noch vier Gefängniszellen.
Seit 1993 befindet sich in dem historischen Gebäude das Klostercafe
mit Terrasse und einem herrlichen Blick auf den Dobbertiner See.
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Das
Klostercafe
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Die
Terrasse mit Seeblick
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Die
Remise
Hinter
dem Klosterhauptmannhaus in Richtung Klosterpark stehen noch zwei
eingeschossige Backsteingebäude mit Krüppelwalmdach und Biberschwanzdachziegeln.
Die zwei korbbogenartigen Holztore deuten auf eine Nutzung als Remise
hin, denn seit 1858 wurden hier die Kutschen der Konventualinnen
untergestellt.
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Das
Pforthaus
Ein
merkwürdiges Bauwerk ist das alte Pforthaus am Rande des Klosterparkes.
Mit Klostergründung war es vom "Großen Werder" aus der erste und
einzige Zugang in das Kloster. Im Inneren dieses eingeschossigen
Backsteingebäudes mit Rundbogenfenstern sind noch drei im romanischen
Stil ausgeführte Gustbögen und Gewölbe vorhanden.
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Der
Klosterfriedhof
Durch
das schmiedeeiserne Tor fällt der Blick zuerst auf den über 200
Jahre alten robusten Granitstein der Conventualin Agnesa von Gloeden.
Zwischen den mit Efeu umrankten Linden steht ein im Zopfstil gestalteter
Sandsteinobelisk für den 1790 verstorbenen Klosterhauptmann Christian
von Krakewitz. 70 weitere historische Grabsteine einstiger Conventualinnen,
Dominas und Provisoren des Klosters befinden sich noch auf dem Friedhof.
Sehenswert ist auch die Grabstätte der Conventualin Mathilde von
Rohr, die seit 1869 im Kloster lebte und 1889 verstarb. Ihre jahrelange
Freundschaft mit Theodor Fontane ließ diesen ab 1870 öfters in Dobbertin
verweilen.
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Der
Klosterfriedhof
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